Euromaidan Wache Berlin: Reisebericht Odessa, 31.05.2014

Euromaidan Wache Berlin

Oleksandra Bienert, “PRAVO. Berlin Group for Human Rights in Ukraine”/”Euromaidan Wache Berlin”, Redaktion: Elmar Schulte.

Ende Mai (26-28.05.) war Oleksandra Bienert/Euromaidan Wache Berlin kurz nach den Präsidentschaftswahlen in Odessa und in Kiew und hat mit mehren Aktivisten und Journalisten vor Ort gesprochen (in Odessa vor allem zu den Ereignissen am 2. Mai) gesprochen. Anbei finden Sie einen Reisebericht sowie ein Foto des Gewerkschaftshauses in Odessa, welches am 2. Mai gebrannt hat.

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Anton Schechowzow: Extremismus in der Südostukraine

(Quelle: opendemocracy.net, 7.5.2014)RNE_Donetsk_June_2013 crop

Extremisten haben die Anti-Maidan-Proteste in der Südostukraine unterwandert. Und ihr Extremismus und Ultranationalismus fördert Gewalt und Hass.

Als maskierte Männer antisemitische Flugblätter in der ostukrainischen Stadt Donezk verteilten, sind einige internationale Medien zu hastig davon ausgegangen, dass es sich dabei eine Falschmeldung handelte. Der Vorfall wird noch untersucht, deswegen kann noch keine endgültige Schlussfolgerung gezogen werden, aber selbst dann, wenn sich die Flugblätter als Fälschung herausstellen sollten, bleibt das Problem des Antisemitismus, Rassismus und der Homophobie, das sich bei einigen Akteuren der sozialen Unruhen in der Ostukraine gezeigt hat, sehr real.

Anti-Maidan

Verbündete des nun gestürzten Präsidenten Wiktor Janukowytsch riefen den Anti-Maidan in der östlichen und südlichen Ukraine Ende November 2013 als Antwort auf die Kyiwer Euromaidan-Proteste ins Leben. Aber der Maidan war eine Graswurzelbewegung [Basisbewegung von unten], während der Anti-Maidan eine Top-down-Initiative [von oben verordnet] ist, bei dem die Demonstranten manchmal eine Vergütung für ihre Teilnahme erhalten. Dies gilt vor allem für die vier großen Anti-Maidan-Kundgebungen in Kyiw zwischen November 2013 und Januar 2014. Der Anti-Maidan organisierte viel weniger Proteste als der Euromaidan, und sie begannen auszutrocknen, lange bevor Janukowytsch aus der Ukraine nach Russland floh.

Doch die erfolgreiche Revolution des Maidan gab dem Anti-Maidan neue Energien, so dass sich dieser in drei verschiedene, aber manchmal auch überlappende Bewegungen aufteilte:

1.) durch soziale Missstände mobilisierte Protestgruppen,
2.) Anhänger des Föderalismus für die Ukraine, und
3.) russische Ultranationalisten, die separatistische Ideen verfolgten.

Sie überschneiden sich, weil einige der Aktivisten, die durch soziale Missstände mobilisiert sind, auch die Föderalisierung der Ukraine (von denen wiederum einige tatsächlich mittelfristig den Beitritt zu Russland anstreben) unterstützen, im Gegensatz zu pro-russischen Separatisten, die auf die unmittelbare Annexion ihrer Region durch Russland bestehen, wie es mit der Autonomen Republik Krim passiert ist.

Der größere Teil der Post-Janukowytsch Anti-Maidan-Bewegung ist fast in den gleichen Einstellungen verwurzelt, die dem Maidan zugrunde liegen, vor allem nach den ursprünglichen Pro-EU-Protesten, die bestimmte soziale Forderungen zu einer ukrainischen Revolution entwickelt haben. Trotz der unterschiedlichen Auslöser waren der Maidan und der Post-Janukowytsch-Anti-Maidan Reaktionen auf die sozio-ökonomischen Ungleichheiten, Arbeitslosigkeit, Korruption, Kriminalität und das fehlerhafte Justizsystem.

Antisemitisches Poster in Luhansk, gerichtet gegen den Journalisten Savik Shuster

Antisemitisches Poster in Luhansk, gerichtet gegen den Journalisten Savik Shuster

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Vergleichende Tabelle: Maidan und pro-russische Separatisten

Maidan und Antimaidan
Quellehttp://inforesist.org/maidan-vs-pro-russian-separatists-comparison-table/?lang=en

Die russische Propaganda verbreitet aggressiv die These eines “Doppelstandards”: Warum können eure Jungs auf dem Maidan etwas tun und unsere aus dem Osten nicht?

Gut, ich gebe in der unten stehenden Tabelle eine umfassende Antwort auf diese Frage, sie zeigt den grundsätzlichen Unterschied der beiden Situationen auf. Natürlich handelt es sich um eine Zusammenfassung und ist deswegen vereinfacht dargestellt, man kann immer irgendein Gegenbeispiel finden, z.B. “bei Minute sowieso auf dem Video hat ein Maidan-Aktivist geflucht, als er von Scharfschützen beschossen wurde” oder “da gab es Männer mit Georgsbändern, die einem von seinen Kameraden zusammengeschlagenen Maidan-Aktivisten auf die Beine halfen”. Die isolierten Einzelbeispiele ändern jedoch nicht die Gesamtsicht. Ich benutze bewusst den Begriff “Aufständische” anstatt “Separatisten”, denn das ist richtiger, Separatisten sind diejenigen, die ein eigenes Land bilden wollen oder sich einem anderen anschließen wollen.

Lassen Sie uns vergleichen: Continue reading

Troubling events in Eastern Ukraine, Sunday, April 6, 2014

Turchinov.jpg

Oleksandr Turchynov urgently convened officials from the law enforcement and defense ministries and agencies due to the troubling events in Eastern Ukraine this Sunday, as reported by Ukrainska Pravda.

Oleksandr Turchynov, Acting President of Ukraine and Chairman of the Ukrainian Parliament, urgently canceled his visit to Lithuania, where he was to participate in the Conference of Speakers of European Union Parliaments. The acting President convened an urgent meeting of the heads of the law enforcement and defense ministries and agencies, taking the urgent situation that occurred in Donetsk and Lugansk Oblasts due to separatist demonstrations and violent clashes under his personal control.

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Separatist Demonstration in Donetsk

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Charkiwer Euromaidan und Antimaidan verkünden Aussöhnung

ATN, 28.3.2014 13:59

Die Anführer der beiden Lager trafen sich und verabschiedeten in einer gemeinsamen Erklärung die folgenden vier Punkte:

1. Sie sind gegen jedwedes Blutvergießen
2. Ukraine ist ein Land und unteilbar
3. Die Fahnen der Ukraine und Charkiws sind die einzigen [offiziellen] Symbole
4. Es gibt keine Streit um die Sprache

Außerdem soll auf Wunsch der Vertreter des Antimaidans die Untersuchung des Doppelmordes auf der Rymarskoj-Straße ohne politische Einmischung durchgeführt werden, die Schuldigen müssen bestraft werden. Continue reading

The St George Ribbon and why are they wearing it?

georg_lentaThe Ukrainian Front, which originated in Kharkiv and supports the Yanukovych regime, has taken to wearing Russia’s St. George ribbon. Do they really understand what they’re wearing, or why?

The St. George ribbon originated in the reign of tsarist Russia’s Catherine II. It was an addition to the Order of St George, which was founded in 1769 during a Russo-Turkish war that solidified Russian control over southernmost Ukraine and five years before Katherine’s razing of the Zaporizhzhya Sich. The Order was discarded in 1917 following the Soviet revolution.

Leaflets handed out in Lviv urging to dispose of Communist ideology

Leaflets handed out in Lviv urging to dispose of Communist ideology

However, as the Soviet need for a richer military symbolism grew during World War II, Tsarist trappings returned, first in 1941 with newly  reconstituted Guards units utilizing the Order’s distinctive orange and black ribbon, and then in 1943 with the Order of Glory. Most famously of all, the ribbon was used in decorations such as the medal ‘For the Victory over Germany in the Great Patriotic War 1941–1945,’, which was awarded to all who served in the war. It was as a reward for a soldier’s bravery and given for liberating the native land from foreign invaders. Continue reading