Finnischer Außenminister Tuomioja über die Ukraine, Information, Desinformation und Faschismus

10341773_1491669707713337_6600138050524441069_nDer finnische Außenminister Erkki Tuomioja (SDP – Sozialdemokratische Partei Finnlands) über die Ukraine, Information, Desinformation und Faschismus
(Übersetzung aus dem Englischen. Quelle: Website des Ministers; 19.5. 2014)

In Krisen-und Konfliktsituationen wird von Entscheidungsträgern erwartet, dass sie sofort Ereignisse kommentieren und Lösungen bieten. Das gilt auch und vor allem in Bezug auf die Ereignisse in der Ukraine. Wenn wir dem reichlichen Fluss der Nachrichten aus und über die Ukraine folgen, insbesondere, was im Internet veröffentlicht wird, sollten wir immer daran denken, dass das meiste davon, ob absichtlich oder versehentlich, Desinformation sein kann, unabhängig davon, ob die Quelle oder der Übermittler eine Regierungsstelle oder eine Nichtregierungsorganisation ist. In solchen Fällen besteht eine große Versuchung und Gefahr darin, dass Kommentare auf der Grundlage von unvollständigen oder falschen Informationen abgegeben werden.

Selbst eindeutig falsche Informationen, die als Propaganda verbreitet werden, können von einem echten Ereignis ausgehen, das dann verzerrt und interpretiert wird, so dass die ursprüngliche Wahrheit verloren geht oder zum Gegenteil davon wird.

Kommentare, Bewertungen und vor allem Entscheidungen müssen auf Informationen beruhen, die so genau wie möglich sein müssen. In einer solchen Situation wäre es äußerst wichtig, dass die Entscheidungsträger auch Zugang zu unabhängigen Überwachungs- und Analysekapazitäten haben, die in der Lage sind, falsche und wahrheitsgemäße Angaben deutlich voneinander zu unterscheiden, und für den Fall, wenn dies nicht möglich ist, das auch zu sagen. Wir müssen beachten, dass dies sowohl in den Medien als auch in der Verwaltung fehlt, in Finnland ebenso wie in zum Beispiel in der Europäischen Union.

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