Ten naïve questions about life in Donetsk

Editor of Vgorode-Donetsk Alina Balaban on how the events in the east are reflected on the life of regular Donetsk citizens.  Continue reading

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Where the “People of Donbass” came from 

Sergiy Stefanko

Why were Donetsk and Luhansk oblasts chose for war by Russia? The answer is obvious – here, first and foremost, 40% of the population are ethnic Russians. And second, 80-90% the population, regardless of nationality, has been russified.

De facto the above-mentioned oblasts are a Russian-speaking, Russian-cultural enclave in Ukraine, this is where the “compatriots” live. Continue reading

FRACHT 200

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Von Maria Turtschenkowa, Bildjournalistin, veröffentlicht am 2.6.2014 auf der Webseite des russischen Hörfunksenders Echo Moskwy 
(Übersetzung aus dem Englischen und Russischen)

 
An der Grenze in Uspenka in der Luhansker Region ist es ruhig.

Es gibt keinen Verkehr in Richtung Russland, und jetzt gerade inspizieren die Grenzschutzbeamten, die vor fünf Minuten noch gelangweilt waren, mit großer Überraschung einen Sattelschlepper, ein LKW mit aufgemaltem Roten Kreuz und der Zahl “200” auf den Seiten. Sie gehen langsam um ihn herum, fotografieren aus verschiedenen Richtungen mit ihren Handys, während die Zollbeamten die Papiere für die Fracht überprüfen. Die Grenzabfertigung geht förmlich weiter, aber es herrscht ein Gefühl der Spannung vor, weil niemand versteht, wo diese Fracht herkam und wer genau sie auf den Weg gebracht hat. Der Fahrer, Slawa, kann nichts erklären, gar nichts. An diesem Morgen hatten ihn “Menschen, denen er nichts ablehnen konnte”, aufgefordert, mit dem LKW nach Russland zu fahren, man sagte ihm nur, dass es wichtig war.

Ich werfe einen Blick über die Schulter eines Offiziers auf ein Papier: “Rechtsmedizinisches Amt der Region Donezk. 29.5.2014. Dieses Papier bestätigt, dass weder die Leiche von Herrn Schdanovitsch, Sergej Borissowitsch, geb. 1966, noch der Sarg Bestandteile enthalten, deren Transport über die Staatsgrenze der Ukraine verboten ist.”

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Es gibt einunddreißig solche Zertifikate, eines für jeden der Särge, die vor zwei Stunden in diesem Kühlwagen aus Donezk losgeschickt wurden.

Eine Kolonne von drei Fahrzeugen (ein Auto mit Polizeibeamten, der LKW selbst und ein weiteres Auto – von uns Journalisten) hatte die Stadt kurz vor Abend verlassen, und als wir die Grenze erreichten, war es bereits dunkel. Die Gesichter der Grenzsoldaten flimmern in den Taschenlampen, und keiner will reden, jeder wartet nur darauf, dass die Kontrolle beendet wird, wobei sie den LKW nicht aus den Augen lassen.

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Fracht 200.

Im Inneren des LKW sind 31 Särge mit Aufklebern der Donezker Volksrepublik [DVR], auf denen die Namen russischer Bürger stehen, die am 26. Mai in Donezk in der Schlacht um den Flughafen gestorben waren. Gerüchte über die Beteiligung von Russen an den Kämpfen in der Region Donezk kursieren schon seit Anfang der Feindseligkeiten im April, aber niemand hat sie jemals in der Wirklichkeit gesehen.

Die Schlacht auf dem Flughafen Donezk (der Flughafen wird immer noch von der ukrainischen Seite kontrolliert, obwohl die Stadt das Zentrum der selbsternannten DVR ist) war bisher die tragischste im gesamten Verlauf der Antiterroroperation im Donbass. Die genaue Zahl der Todesopfer ist noch unbekannt, aber nach verschiedenen Quellen sind es mindestens 50 Personen. Continue reading

My War: Parting Words Before the Long Road

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"This war did not start when Russian special forces invaded Donetsk 
and Luhansk, nor did it begin with the annexation of Crimea. In the 
modern historical perspective this war began with the free Ukrainians'
rebellion against the criminal regime of Yanukovych and Russian FSB 
agents' lame attempts to quell the revolution. First victims of this 
war between Russia and Ukraine were Maidan activists - kidnapped, 
tortured, beaten and murdered, and the Heavenly Hundred, laid to 
death by the snipers."

“The skirmishes in the east of today represent the enemy’s attempt to strike back after losing the critical battle in Kyiv and almost everywhere else in Ukraine. Today the enemy is vying for the revanche in the east.”

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Ukrainian Volunteer Defense Force ‘Donbas’ Gives Interview to TV Dozhd

The commander of the “Donbass” Defence Unit Semyon Semyonchenko gave an interview to the Russian TV channel “Dozhd” in which he explained why he decided to take up arms, in what way the situation in Sloviansk, in his opinion, is similar to the Russian Chechen war, and whether Ukraine can ever be the same. This interview was conducted by Timur Olevsky. A translation of the interview was published on the Ukrainian Volunteer Defense Force ‘Donbass’ FB page. 

Olevsky: Who are the people that support the separatists? It is commonly assumed in Ukraine that separatists that are fighting right now in Slavyansk are people from Russia, that Russians are behind this all. Who are those people in your opinion? Continue reading

Wahlbeteiligung beim ‘Referendum’: 10% der Wähler

unnamed_0Maria Prokopenko aus Donezk für day.kiev.ua, 13.5.2014
Übersetzung aus dem Englischen

 

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Foto: Reuters

Experte: Die Mehrheit im Oblast Donezk ist für eine vereinte Ukraine

Am 11. Mai fand eine Pseudo-“Volksabstimmung” im Donbass statt. Die Bürger wurden befragt, ob sie die territoriale Integrität der Ukraine unterstützen, einen Anschluss an die Region Dnipropetrowsk oder sich sogar mit Großbritannien verbinden wollten. Die “Volksabstimmung” von Vertretern der sogenannten “Volksrepublik Donezk” erhielt die meiste Aufmerksamkeit. Es war nur eine Frage auf dem Stimmzettel: “Unterstützen Sie das Gesetz über staatliche Selbstbestimmung der Volksrepublik Donezk?”

Die “Volksabstimmung” der Separatisten fand in Schulgebäuden, lokalen Kulturhäusern und Zelten auf der Straße statt. Es gab Warteschlangen an einigen der “Wahllokale”, vor allem von älteren Menschen. Der Hauptgrund für das Gedränge war in der Tat die geringe Anzahl von Abstimmungsorten. Wählerlisten fehlten bei einigen der “Wahllokale”. Manchmal konnten sich die Leute an Ort und Stelle in “Wählerlisten” eintragen lassen, wenn sie ihre Pässe vorzeigten, und manchmal ging das einfach auf mündliche Anfrage. Einige Donezker Bürger stimmten mehr als einmal ab. Continue reading

The cost of keeping Donbas in Ukraine

34bIt is time to think about whether Ukraine needs territorial integrity if it threatens to paralyze the country and turn it into a conglomerate of regions that are oriented in opposing directions.

On the territory of the Donbas (referring in this article to the Donetsk and Luhansk oblasts -Ed.) the wave of seizures of administrative buildings by Russian militants is spreading. Ukrainian law enforcement is unable to mount an effective counterattack. One can look for different reasons, but one obvious one is the inability of top government leadership to make decisions, caused by doubts about the loyalty of law enforcement and the support of the local population. Instead of offensive tactics, the tactic chosen it to isolate the region from the rest of the country, turning it into a kind of quarantined zone. As a result, an actual border has been created inside the country between the unstable Donbas and the remaining oblasts, where the pro-Russian forces are still only attempting to enflame the situation in the administrative centers in order to hold countless meetings and where the majority of the residents support the struggle against separatists. Continue reading