Leschtschenko: Julia, es reicht

Serhij Leschtschenko, Journalist der Online-Ausgabe der Ukrajinska Pravda
23. Februar 2014, 09:15 

Die Ukrainer haben eine einmalige Chance erhalten, das Land neu zu starten. So etwas gibt es so gut wie nie. Nach dem Debakel der Orangenen Revolution waren wir ein Jahrzehnt gezwungen, unter einem wahnsinnig gewordenen Diktator zu leiden.

Aber mit dem blutigen Preis der Leben von hundert Helden haben wir eine zweite Chance erhalten. Die Chance, den “Neustart”-Knopf zu drücken. Jetzt sollen Menschen mit einwandfreien moralischen Tugenden kommen. Ein Mensch, der den Oligarchen Achmetow, Firtasch, Nowinski, Medwedtschuk und Lowotschkin ein deutliches „Nein“ sagen wird, anstatt mit ihnen ein neues Spiel im Hinterzimmer vorzubereiten.

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Mychailo Wynnyckyj: Zusammenfassung von 22. Februar

Erläuterungen des Politologen Mychailo Wynnyckyj von der Kyiw-Mohyla-Akademie über den 22. Februar – die Verfassungsmäßige Situation nach der Parlamentsentscheidung über die Wiedereinführung der Verfassung von 2004 sowie die Optionen für Janukowytsch.

Übersetzt aus dem Englischen, Quelle: Euromaidan in English (Facebook)

Zusammenfassung von 22. Februar (Es ist solange nicht vorüber bis es vorbei ist)

Heute trauert und feiert die Ukraine gleichzeitig. Durch den Regen war der Boden auf dem Maidan besonders dunkel und klebrig – eine eindringliche Hinterlassenschaft der Feuer, die in der ganzen Stadt vor kurzem tagelang gebrannt haben. Auf den Blutlachen liegen jetzt Blumen, und kleine Gedenkstätten wurden überall da aufgestellt, wo bei den Kämpfen vom 19. und 20. Februar jemand getötet wurde. Die Särge der Helden, die ihr Leben auf Grund von Schüssen von Scharfschützen oder von Granaten der Sonderpolizei verloren haben, wurden den ganzen Tag über in Zweierpaaren zur Bühne gebracht – jeder einzelne wurde in einer anrührenden Zeremonie in Anwesenheit von Zehntausenden von Demonstranten verabschiedet. Continue reading