Anton Shekhovtsov: Die Freiheitliche Partei Österreichs – rechte pro-russische Lobbyisten und Händler mit Täuschungen

Quelle: Anton Shekhovtsovs Blog, 20.6.2014 (Übersetzung aus dem Englischen)

Ich schrieb bereits in früheren Artikeln, dass Putins Russland mit europäischen Rechtsaußen-Parteien kooperiert. Einer der Gründe dafür ist, dass diese Parteien den russischen politischen und wirtschaftlichen Eliten helfen, sich ökonomisch, politisch und sozial in den Westen einzuschleichen, und dass für diese Eliten weniger der Rassismus und Ultra-Konservativismus der Rechtsextremen im Vordergrund steht, als deren Bestechlichkeit.

Betrachten wir einmal das Beispiel des verstorbenen Jörg Haider. Für einige war er der langjährige Führer der rechtspopulistischen Freiheitlichen Partei Österreichs (FPÖ) und später der Vorsitzende des Bündnis Zukunft Österreich. Aber für zwei reiche russische Geschäftsleute, Artjom Bikov und Aleksey Bobrov war Haider ein korrupter Landeshauptmann von Kärnten, dem sie 900.000 € zahlen konnten, damit er ihnen bei der Einbürgerung “helfen” würde. Stellen Sie sich das vor: der Anführer einer österreichischen Anti-Einwanderungs-Partei nahm Bestechungsgelder an, um den Erwerb der Staatsbürgerschaft von Nicht-Österreichern zu erleichtern.  Continue reading

Nadja Tolokonnikowa: Putin hat Angst vor einer echten Opposition – wie er Angst vor Pussy Riot hatte

Kommentar von Nadja Tolokonnikowa, erschienen in The Guardian am 18. Juni 2014 (Übersetzung)

10390076_711106865613981_4914712596510624996_aEr hat gerade die Krim erobert. Er hat sich selbst zum Einiger proklamiert. Aber Wladimir Putins Einmischung in die Wahlen ist ein weiteres Zeichen dafür, dass seine Macht nicht so bedingungslos ist, wie er gerne glauben macht

Nachdem wir aus dem Gefängnis freigelassen wurden, haben Mascha Aljochina und ich ernsthaft darüber diskutiert, ob wir uns in der institutionellen Politik versuchen sollten, und dachten nach über eine Kandidatur bei den Wahlen für die Moskauer Stadtduma nach (die am 14. September sein werden). Aber nachdem wir ein “schweres Verbrechen” begangen haben, dürfen wir nach russischem Recht 10 Jahre nicht bei einer Wahl kandidieren.

Ende letzten Monats kündigten Nikolaj Ljaskin und Konstantin Jankauskas ihre Kandidatur für die Moskauer Stadtduma an. Sie gehören zu den stärksten Oppositionskandidaten, und ich kenne sie seit Jahren. Sie wissen, wie man sich in einem guten Kampf stellt. Continue reading

Igor Tschubais auf Echo Moskwy: Es herrscht Krieg gegen die Ukraine. Augen auf!

Dr. Phil. IGOR TSCHUBAIS für Radio Echo Moskaus (Echo Moskwy). 15.6.2014. (Übersetzung)

poster-103119-picture-1Igor Tschubais ist Doktor der Philosophie und Autor zahlreicher Bücher, darunter “Von der russischen Idee – zur Idee eines neuen Russlands”. Er ist Dekan der ersten russischen Fakultät für Russlandstudien am Institut für Sozialwissenschaften und Mitglied der Vereinigung der russischen Literaten. Er führt ein Blog für Radio Echo Moskaus.

Russische Panzer befinden sich in Donezk, in Lugansk wurde eine IL-76 der ukrainischen Luftwaffe abgeschossen, 49 Menschen starben…

Was bedeutet, dass

die russische Regierung einen Krieg mit der Ukraine vom Zaun gebrochen hat und ihn auch weiterführt, beziehungsweise die russische Regierung einen Krieg mit der ukrainischen Anti-Korruptions-Revolution der nationalen Würde führt.

Das ist ein neuer Typ des Krieges- ohne Kriegserklärung und ohne eine Frontlinie.
Aber es ist ein Krieg, denn es wird Kriegstechnik benutzt, Menschen werden getötet, mittlerweile mehrere Hunderte…. Unter den Getöteten befinden sich sowohl Bürger der Ukraine, als auch Bürger Russlands.

Der angezettelte Krieg

– zerstört alle sowjetischen-postsowjetischen Mythen

und

– entblößt den wahren Charakter des in Russland existierenden politischen Regimes

Restlos wurde der kultivierte Mythos über den Vaterländischen Krieg zerstört, darüber, dass das Gedenken daran “heilig” ist. Mit dem St. Georgsband* wurde die tragische historische Erfahrung unseres Volkes erstickt, die wichtigste Erkenntnis der Jahre 1941-1945 wurde verworfen: nämlich, dass der Krieg keinerlei Berechtigung hat, und derjenige, der ihn vom Zaun bricht, ein Verbrechen gegen die menschliche Natur begeht – gegen die Menschlichkeit, gegen das Leben, gegen den Frieden. 27 Millionen Menschen sind umsonst gestorben.

Restlos zerstört ist auch der Mythos vom “ukrainischen Brudervolk” –  wir werden nun lange keine Brüder mehr haben, keine Freunde. Es ist doch wahr, dass ein normaler Russe mit niemandem auf Kriegsfuß steht, er kann mit einem Deutschen oder mit einem Chinesen, oder mit einem Tadschiken, oder mit einem Tschechen befreundet sein….. aber die Ukrainer waren immer WELCHE VON UNS! Mit der Ukraine einen Krieg führen können nur ANTIrussische UNmenschen!

Restlos zerstört ist auch der Mythos vom heutigen Russland als einen christlich-orthodoxen Staat. Orthodoxe Christen können nicht auf orthodoxe Christen schießen!
Und die Führungskräfte der russischen Kirche haben nicht nur die Kriegshetzer des Bruderkrieges NICHT exkommuniziert, die russische Kirche ruft gar nicht dazu auf, den Krieg zu stoppen! Im heutigen Rußland ist die Orthodoxie zu einem Instrument der offiziellen Politik mutiert, das in eine Mönchskutte eingewickelt ist! Continue reading

Nemzow bringt den FSB in Bedrängnis, er fordert eine Erklärung für die “Fracht 200”

384005190Quelle: tsn.ua, 9.6.2014
Zusammenfassende Übersetzung

Der russische Oppositionspolitiker Boris Nemzow hat sich an den Russischen Föderalen Sicherheitsdienst (FSB) gewandt. Er fordert aufzuklären, wie es geschehen konnte, dass russische Bürger im Donbass kämpfen und als “Fracht 200” in Särgen nach Hause zurückkommen.

“Wenn diese Menschen keine Militärangehörigen und keine Mitarbeiter des Innenministeriums sind, dann sind es kriminelle Gruppierungen. Richtig? Wenn es kriminelle Gruppierungen sind, dann sollte der Russische Föderale Sicherheitsdienst wegen drei Straftaten ermitteln: 1.- rechtswidriger Waffenbesitz; 2.- Waffenschmuggel; 3.- illegaler Grenzübertritt.” – so Nemzow.

Nemzow ist überzeugt, dass auch wenn der Sicherheitsdienst seine Anfrage ignorieren sollte, wird dies ein Beweis dafür sein, dass Russland an dem Waffen- und Terroristennachschub in die Ukraine beteiligt ist.

“Wenn sie die Strafverfahren eröffnen, dann werden wir sie aufmerksam verfolgen. Wenn sie keine Anklage erheben, dann bedeutet es, dass sie Mitarbeiter des Föderalen Sicherheitsdienstes waren, die berechtigt waren, Waffen zu tragen, oder sie gehörten zu russischen Militäreinheiten,” sagte Nemzow.

Quelle und ukrainisches Video: http://tsn.ua/svit/nyemcov-zagnav-fsb-u-pastku-vimagayuchi-poyasnen-schodo-vantazhu-200-353674.html


Zu diesem Thema empfehlen wir den folgenden Artikel:

Die 20 größten Lügen Russlands über die Ukraine


Quelle: Julia Davis, Examiner.com, 5.6.2014
Übersetzung aus dem Englischen

In den letzten Jahren war der Westen weitgehend blind für die russische Propaganda-Maschine, der es gelang, ihre Reichweite zu nutzen, um eine Legion ahnungsloser Putinistas auf der ganzen Welt zu schaffen. Die ukrainische Volksrevolution lenkte die Aufmerksamkeit auf die dreisten Erfindungen und verabscheuungswürdigen Lügen der vom Kreml kontrollierten Medien, deren Ziel es ist, eine alternative Realität für ihre Zielgruppen zu schaffen. Die Rede ist nicht nur von den russischen Mainstream-Medien, sondern auch von Horden bezahlter Trolle, welche die Kommentarsektionen von Artikeln über die Ukraine fluten, um Schwefel, Hass und blanke Lügen überall in den sozialen Medien zu hinterlassen.

Hier ist die Top 20 der verrücktesten Erfindungen über die Ukraine, die kürzlich entlarvt wurden:

 
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Dieses Photo aus Saudi Arabien wurde fälschlicherweise als Bild aus Slawjansk in der Ukraine ausgegeben:

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Ein mit Photoshop bearbeitetes Bild, das fälschlicherweise belegen sollte, dass Donetsk von der ukrainischen Armee niedergebrannt wurde:

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Ein Foto aus China, dass fälschlicherweise als Bild aus dem Donbass (Ukraine) verkauft wurde:

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4
Ein Bild aus Bosnien, dass falsch eingeordnet wurde, um zu zeigen, dass das ukrainische Militär im Donbass (Ukraine) Zivilisten misshandelt bzw. ermordet:

Dmitry Tymchuk: Schikanen gegen Verweigerer der russischen Staatsbürgerschaft auf der Krim

Dmitry Tymchuk (Arbeitsgruppe “Informations-Widerstand” am Kyiwer Zentrum für Militär- und Politikforschung):

Laut Quellen des “Informations-Widerstands” (Information Resistance) wird der Prozess der “Verweigerung der russischen Staatsbürgerschaft” auf der Krim zu einem Mechanismus der Identifikation und Verfolgung von Menschen, die nicht loyal zu Moskau stehen.

Insbesondere ist das Verfahren an sich für diejenigen Menschen, die nicht bereit sind, die russische Staatsbürgerschaft anzunehmen, extrem kompliziert und erfordert bis zu einer Woche der Schreibarbeit und Anstehen in Schlangen an den russischen Migrationsdienst- Ämtern.

Gleichzeitig erhalten Bürger, die sich entschieden haben, die russische Staatsbürgerschaft zu verweigern, “Hausbesuche” von den Vertretern der örtlichen sogenannten “Selbstverteidigungskräfte”, die verlangen, dass diese Bürger die Krim verlassen sollten. Ihre Forderungen sind häufiger mit Androhungen von körperlicher Gewalt begleitet.

Wir haben solche Vorfälle in Simferopol und Sudak registriert.

Es ist offensichtlich, dass diese Provokationen mit der aktiven Beteiligung des russischen Migrationsdienst organisiert sind, der die Namen und Adressen der Bürger, die “nicht loyal” gegeüber den lokalen Banden sind, übermittelt.

Es ist erwähnenswert, dass die unfreiwillige Zuerkennung der russischen Staatsbürgerschaft für Bürger der Krim, ohne ihre Zustimmung, eine flagrante Verletzung des Völkerrechts darsstellt.

(Quelle: Dmitry Tymchuk – Facebook)

Die Kosaken-“Wölfe”: Sie erledigen die schmutzige Arbeit für Russland in der Ukraine

Die russische paramilitärische Gruppe “Hundertschaft der Wölfe” mit ihrem Kommandanten Ewgenij Ponomarjow im Vordergrund blockiert eine Straße in der Nähe eines Kontrollpunkts nicht weit von Slowjansk, im Osten der Ukraine, aufgenommen am 20. April 2014 (Maxim Dondyuk, TIME)

Simon Schuster – Kramatorsk – TIME – 12. Mai 2014 (Übersetzung aus dem Englischen)

Die “Hundertschaft der Wölfe”, eine russische paramilitärische Einheit mit einer dunklen Vergangenheit, setzt den Kampf im Osten der Ukraine an Stelle der russischen Soldaten fort. Die Zeitschrift TIME interviewte ihren Kommandeur und seine Männer über ihre Motive und Verbindungen zum russischen Staat.

Vor etwa einem Monat, kurz nach der Ankunft im Osten der Ukraine,stahl eine Gruppe russischer Paramilitärs, die als “Wölfe-Hundertschaft” bekannt ist, einen alten Jeep aus einer lokalen Polizeistation und gab ihm mit Sprühfarbe ein neues Aussehen. Die blaue Sirene auf dem Dach entfernten sie nicht, um sich damit einen Hauch von Autorität zu verleihen, wenn sie in den Städten unter ihrer Kontrolle patrouillierten. Aber auf die Motorhaube des schwarzen, aus russischer Produktion stammenden Geländewagens [UAZ-469 (russisch: УАЗ-469)], malten sie ihr Erkennungszeichen – den knurrenden Kopf eines Wolfes im Profil.

Seit Wochen versuchte die Zentralregierung in Kyiw, zusammen mit ihren Verbündeten in den USA und Europa, solide Beweise für russische Soldatenstiefel auf dem Boden im Osten der Ukraine zu finden. Sie brauchen nicht weiter zu suchen, denn die Männer der “Wölfe-Hundertschaft” sind da. In getrennten Interviews mit der TIME innerhalb der letzten drei Wochen gaben vier ihrer schwer bewaffneten Kämpfer zu, dass sie aus der südrussischen Region Kuban kommen. Sie sind ein Teil der Kosaken-Milizen, die seit fast einem Jahrzehnt in Diensten des russischen Präsidenten Wladimir Putin stehen, und sie sagen, dass sie nicht nach Hause gehen werden, bis sie die Ukraine erobert haben oder bei dem Versuch dabei sterben.
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